„Du musst doch nicht alt sein, um übers „Wohnen im Alter“ nachzudenken!“

So ist es! Im Gegenteil - ich behaupte, gerade eben nicht erst im Alter , sondern JETZT sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie wir uns das Leben und Wohnen im Alter wünschen!

Wir alle leben sehr gerne in unserer gewohnten Umgebung, Veränderungen mögen wir nicht, alles soll schön in unseren „geregelten“ Bahnen verlaufen. Doch was, wenn das alles irgendwann nicht mehr so geht wie gewohnt? Die Veränderung kommt oft schleichend und nimmt dann Fahrt auf, wenn langsam alles beschwerlicher wird oder uns eine unerwartete Situation völlig aus der Bahn wirft.

Wollen wir auch bis zu diesem Moment warten? Oder wäre es nicht viel besser, schon jetzt einmal über Bedürfnisse, Wünsche, Wohnmöglichkeiten und neue Ideen nachgedacht - und vor allem auch: zu sprechen!?

Der richtige Zeitpunkt ist immer JETZT

Eine einfache Liste zum Abhaken gibt es dazu zwar nicht, aber der richtige Zeitpunkt, um das Thema anzugehen, ist immer JETZT!

Vielleicht denken Sie schon lange im Verborgenen darüber nach: Wie es wäre wenn…? Ob sich Ihr ganz eigenes Leben hier und jetzt auch ins Alter denken lässt? Oder ob es nicht schon jetzt denkbar wäre, es sich alles leichter zu machen? Wie wäre es, wenn das Haus kleiner (oder eine Wohnung) wäre, der Garten ein Balkon wäre und der Weg zum Einkaufen kürzer oder flexibler erreichbar wäre?

Warum nicht jetzt mal spinnen und darüber sprechen?

Wetten – Sie haben schon längst…

… Ihre Fantasie schweifen lassen, wie es wäre, wenn...? Sie haben es sich zumindest schonmal „leichter gedacht“ wenn auch noch nicht gemacht!

 Aber schon bei dem Gedanken daran, z.B. mit Ihren Kindern über eine Veränderung der aktuellen Wohnsituation zu sprechen, bekommen Sie vielleicht -wie sehr viele andere! - Magenschmerzen und ein schlechtes Gewissen.

Sie hören schon alle Sätze, wie: „Was? Und was willst Du dann mit unserem Elternhaus machen? Etwa verkaufen? Aber da sind wir doch aufgewachsen!“ Aber übernehmen möchte es auch keiner, denn „Das ist doch viel zu weit weg und auf dem Land. Wie sollen wir denn da zur Arbeit kommen?“ Natürlich!

Das ist Ihnen ja auch klar und verständlich: Die Kinder kommen in der Regel nicht wieder zurück, wenn sie sich erst einmal in einer anderen Stadt eingerichtet haben.

Und genau deshalb wollen Sie ja vorsorgen und sich Gedanken darüber machen, wie Sie später einmal leben möchten. Vielleicht in einer Zeit, in der es nicht mehr so gut geht. Sie wollen versorgt sein und vielleicht nicht alleine im großen Haus leben. Sondern bestenfalls unabhängig von anderen gut und glücklich leben können.

Vielleicht haben Sie aber auch gar keine Kinder, wie das erwähnte Ehepaar. Dann  ist es umso wichtiger sich Ihre Gedanken dazu zu machen! Denn Kinder sind zwar keine automatische Lösung (wirklich nicht!), aber doch oft eine Motivation mehr.

Warum mir das so wichtig ist

Vor ein paar Wochen noch hat mich eine ziemlich verzweifelte Dame in hohem Alter (86) angesprochen und eine Beratung zum Thema „Verbleib ihres großen Hauses (250 m²)“ erbeten. Wir haben uns sehr lange unterhalten, denn ohne Kinder und Verwandte dachten sie, sie hätte noch Zeit, um für sich und ihren an Demenz erkrankten Mann eine komfortablere Wohnsituation zu schaffen.

Wir haben über Möglichkeiten gesprochen, im Haus zu bleiben, es eben nicht verkaufen zu müssen, sich Hilfe zu holen usw. Doch dann ging alles ganz schnell und für sie kam es doch unerwartet:
 
Die gesundheitliche Situation ihres Mannes zwang sie plötzlich, schnell zu handeln. Das große und wirklich besondere Haus hat sie dann -mehr schlecht als recht- allein und ohne vorherige Beratung an einen Bekannten verkauft. Von dem Erlös hat sie mit viel Glück schnell eine kleinere Wohnung gefunden. Doch nach einem Krankenhausaufenthalt ihres Mannes ist es jetzt schwierig, zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Denn jetzt geht es nur noch um das Machbare, um das Notwendige, nicht mehr um Bedürfnisse und Wünsche, wie es schön wäre, denn dazu ist es einfach zu spät.

So erlebe ich es häufig: Wir alle -auch ich- denken oft: „Irgendwie wird es schon werden“ und „man weiß ja nie, was kommt“… Nein, das weiß man nicht, aber eines wissen wir doch: es wird nicht leichter werden!

Hier stecken wir zu oft den Kopf in den Sand. Vielleicht machen wir das auch, weil es nicht DIE eine Lösung gibt, weil uns alles zu komplex erscheint, zu viele Entscheidungen zu treffen sind. Und gerade deshalb ist es doch gut, schon jetzt darüber nachzudenken und darüber zu sprechen.

Wohnen & Gesundheit: Im Alter ist es fast unmöglich, beides gleichzeitig zu organisieren

Im Alter wird es zur Herkulesaufgabe, sich um neues Wohnen und gleichzeitig um die eigene Gesundheit kümmern zu müssen. Das ist mir jetzt noch einmal sehr klar geworden!

Meine eigene Recherche für das genannte Ehepaar hat mir wieder gezeigt:

Es gibt keine wirkliche Anlaufstelle, bei der ich mich mal rundherum informieren kann, Abläufe kennenlernen kann Möglichkeiten, testen kann oder ähnliches. Alle sind überlastet, oft nur für Teilbereiche zuständig, haben weder Platz noch die Zeit, nicht das Wissen und nicht die Möglichkeiten. Es ist ehrlich gesagt gerade ziemlich desolat! War das auch so?

Wir müssen uns früh genug darum kümmern, wie es idealerweise einmal sein soll! Und das ist auf der einen Seite ja auch klar und logisch, auf der anderen Seite stelle ich fest: bei uns kümmert sich der Staat um sehr vieles, bei dem ich sagen würde, das könnte auch jeder für sich selbst erledigen. Aber bei diesem Thema steht man sehr allein da, selbst wenn man noch jünger ist und sich nur informieren möchte. Noch mehr, wenn man sich -wenn auch nur für einen anderen - um einen Wohnplatz anstrebt oder muss.

5 gute Gründe, jetzt über Ihr zukünftiges Wohnen nachzudenken!

"Was will ich eigentlich und vor allem, was möchte ich nicht?" 

Wie ist Ihre Situation und was würde Ihnen helfen, klarer zu sehen?

  • Freie Entscheidung : Jetzt können Sie aus Überlegungen, Ideen und Plänen noch selbstbestimmte Entscheidungen treffen
  • Keine Kinder oder kein Bedarf in der Familie Sie haben keine Kinder, die sich um Sie kümmern oder Ihre Kinder weit weg wohnen, werden nicht nach Hause zurückkehren und Ihr Haus auch nicht übernehmen. (Ein Familienthema, das für sich schon schwierig genug ist: Soll es einen finanziellen Ausgleich geben, gibt es mehrere Kinder, verschenken oder verkaufen, usw.)
  • Bedarf in der Partnerschaft : Vielleicht haben Sie auch einen PartnerIn, der/dem schon jetzt alles mehr und mehr zur Last wird.
  • Mehr Komfort : Sie haben sich schon lange für mehr Leichtigkeit und weniger Last entschieden
  • Sie suchen bereits nach Alternativen: Nach dem Arbeitsleben möchten Sie im nächsten Lebensabschnitt Genießen und Reisen, Leben und Ernten!

Ein Hausverkauf steht vielleicht erst ganz am Schluss – als EINE Möglichkeit

Das Haus zu verkaufen, wenn Sie nur noch zu zweit oder gar alleine darin wohnen, ist auf jeden Fall eine emotionale Angelegenheit. Schließlich haben Sie einen Großteil Ihres Lebens dort verbracht, und vielleicht auch Ihre Kinder dort aufwachsen sehen. Da kann schon mal ein Zweifel und Fragen kommen, ob ein Verkauf die richtige Entscheidung wäre.

  • Wie sehr würden Sie die Großzügigkeit Ihres großen Hauses vermissen?
  • Wie sehr den Garten, in dem Sie so viel Zeit verbracht haben?
  • Und wieviel Platz brauchen Sie eigentlich wirklich?
  • Worauf wollten Sie auch gar nicht verzichten?

Wenn der Hausverkauf aber die Voraussetzung für neues Wohnen ist, (zB weil eine Bank einem älteren Menschen gar keinen Finanzierungskredit für eine neue Wohnung mehr gibt), dann wäre es doch gut, hier vorgesorgt zu haben. Gedanklich wie auch faktisch, wenn Sie sich entschieden haben!

Was also tun?

Wichtig bleibt, dass Sie sich konsequent Gedanken machen, dass Sie Zeit haben, sich in alle Richtungen zu entscheiden und die richtige Alternative zu finden. Dass Sie so früh dran sind, auch zu allem noch „nein“ sagen zu können und Alternativen zu überdenken.

Auch: informieren, informieren, informieren! Es gibt so viele Möglichkeiten und Ideen, die wir hier in Zukunft näher anschauen wollen.

Ein Hausverkauf -zu einem guten Zeitpunkt!- kann eine gute Entscheidung für ein neues, freies Leben sein, ohne viele Verpflichtungen und im besten Fall eine Absicherung für Ihr gutes, komfortables Leben im Alter.

Tipp: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es wirklich spannend ist, ein solches Thema mal in die Freundesrunde zu werfen! Der Abend wird sich mal ganz anders entwickeln, als wenn es um die üblichen Themen geht – versprochen!

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